Jahresrückblick 2020

Wenn wir auf das Kulturjahr 2020 zurück blicken, so geschieht dies mit einem großen weinenden Auge. Denn vieles von dem, was sich die engagierten Mitglieder des Vereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“ vorgenommen hatten, musste coronabedingt ausfallen oder verschoben werden. 
Das sollte uns aber nicht davon abhalten, die schönen Dinge zu würdigen, die stattfinden konnten. Und vor allem wollen wir nach vorn blicken und zuversichtlich in Richtung Frühjahr und Sommer 2021 schauen. 

Das Kulturjahr 2020 des Kulturvereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“ begann im Februar mit einem kleinen Paukenschlag! Bereits kurz nach der Ankündigung unseres Films „Der kleine Prinz“ aus der Reihe „Kino in Panketal“ gab es soviel Vorbestellungen, dass wir die Veranstaltung innerhalb eines Wochenendes dreimal durchführen mussten und noch immer Kartenwünsche offen blieben. 

Anbei der Bericht von der Abendveranstaltung des 14. Februar

Von „Kleiner Prinz“ bis „Sachsenklinik“ - ein gelungener Kinoabend mit Monika Lennartz in Panketal
Dicht gedrängt sitzen die Gäste des IB Mehrgenerationenhauses am Genfer Platz in Schwanebeck, als sich eine kleine, zierliche Frau zielstrebig ihren Weg durch die Stuhlreihen bahnt und spontan Applaus erklingt. Die Schauspielerin Monika Lennartz, heutigen Fernsehzuschauern unter anderem bekannt aus ihrer Rolle als Luise Brenner im TV-Dauerbrenner „In aller Freundschaft“, ergreift nach kurzer Begrüßung das Wort. Sie verlas einige  Worte ihrer erkrankten Kollegin Christel Bodenstein, aus denen hervorging, wie sehr sich die Darstellerin des „kleinen Prinzen“ die Aufführung dieses Filmes immer gewünscht hatte und wie sehr sie das jahrzehntelange Warten darauf verdross. „Das Fernsehen hatte versäumt, bei den Franzosen, den Erben Saint-Exupérys, die Senderechte zu erwerben“, berichtet Lennartz.
Anschließend erlebten die Anwesenden einen ganz besonderen Filmabend. „Der kleine Prinz“ aus dem Jahre 1966 stellt ohne Zweifel eine Ausnahme im Schaffen von Konrad Wolf, des möglicherweise bedeutendsten Filmregisseurs der DDR, dar. Das futuristisch-puristische Studio-Bühnenbild (Szenenbild: Alfred Hirschmeier) wirkt zeitlos modern, ebenso die Kostüme der Protagonisten von Prinz, König, Eitlem, Laternenanzünder und und und … Der „Märchenstoff“ des französischen Schriftstellers und  Aufklärungsfliegers Antoine de Saint-Exupéry kommt in der Erzählweise Konrad Wolfs existenzialistisch daher, stellt mehr Fragen als er Antworten gibt und lässt den Zuschauer gleichermaßen berührt und doch auch etwas ratlos zurück. Manfred Krug singt die Titel-Ballade ruhig, nachdenklich und gefühlvoll. Als die letzten Takte verklingen, brandet erneut Beifall auf.
Nach einer kurzen Pause beginnt die Gesprächsrunde. Monika Lennartz erzählt von ihrer Freundschaft mit Christel Bodenstein, von ihrer Zeit am Gorki-Theater, von ihrer ersten Begegnung mit dem Ehepaar Wolf / Bodenstein in deren Wohnung …
Die Fragen aus dem Publikum, moderiert vom Vorsitzenden des Vereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“, Niels Templin, beziehen sich auf den gezeigten Film ebenso wie auf Leben und Wirken der Schauspielerin.  Ob die Geschichte eher für Kinder oder für Erwachsene gedacht ist, möchte jemand wissen. „Ich vermute, viele Erwachsene verstehen sie nicht wirklich, und die Kinder nehmen sich ihren Teil daraus“, erklärte Monika Lennartz. „Die Erzählung ist hoch philosophisch und komplex. Und doch so berührend. Am letzten Tag der Dreharbeiten haben die Beteiligten geweint, hat mir Christel (Bodenstein) noch erzählt.“
Als gegen 22:00 Uhr die letzten Besucher das Mehrgenerationenhaus am Genfer Platz verlassen haben, rücken die Mitglieder der Kunstbrücke die Stühle für den nächsten Tag zurecht. Zwischen Donnerstag und Sonntag haben ca. 180 Gäste den wunderbaren Film erlebt. 

Die „Panketaler Kulturtage 2020“ im Mai fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. 
Einige Veranstaltungen wurden online durchgeführt, so gut es ging:
So gab es eine Galerie mit Bildern von kreativen Schülern des Freien Gymnasiums Panketal. Unter dem Motto „Bin ich schön?“ präsentierten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 Collagen und Assemblagen aus Papier und Materialmix im XXL-Format. 
Unter Bezug auf das Musical und Theaterstück „Wal Aria“, welches aus Anlass des 20igsten Jahrestages der Gründung der Privatschule aufgeführt wurde, standen zahlreiche weitere künstlerische Arbeiten der 5 bis 10. Klassenstufen. 
Andere Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Expressionismus, setzten sich mit der Erzählung „Blackout“ auseinander oder beschäftigten sich mit speziellen Techniken. Eine Auswahl der Werke finden Sie online auf den Seiten unseres Vereins unter der Rubrik „Veranstaltungen“.

Der Autor und Maler J.P. Bouzac präsentierte im Netz ausgewählte Bilder und einen Auszug aus seinen Büchern „Mein kalter Krieg“ und „Nach Berlin!“. Zwei Auszüge der Lesungen sind ebenfalls online abrufbar. 

Am 16. August präsentierten Panketals Kulturbühne „Studio 7“ und der Kulturverein „Kunstbrücke Panketal e.V.“ vor dem Rathaus live das Barnimer Duo „Blank“. 
Carsten Große und Burghard Kühn (ehem. Musiker u.a.bei „Cäsar und die Spieler“ bzw. „Monokel“) machen seit 30 Jahren gemeinsam Musik. Als „Blank“ performten sie am Sonntag, den 16. August zwischen 17:00 und 19:00 Uhr eigene Songs und zahlreiche bekannte Hits aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Der Titel „Here comes the Sun“ von George Harrison hätte passender nicht sein können, strahlte die Sonne doch kräftig auf die gut 150 Zuhörer, die sich zum Teil von den Schirmen des Kaffee Madlen vor der Sonne schützen ließen bzw. unter Bäumen und dem Dach der Fahrradständer „Zuflucht“ suchten.
Bert Eulitz von „Studio 7“, der den Kontakt zu den Musikern vermittelt hatte, ergriff das Wort und verwies auf die nach wie vor prekäre Lage der Kunst- und Musikschaffenden, die noch immer kaum Auftrittsmöglichkeiten hätten und von der Politik vergessen worden seien.
Ohne lange Vorrede begannen Carsten Große und Burghard Kühn mit ihrem Programm. Zwischen den Titeln – Klassikern oder zu unrecht vergessenenen Perlen der Popmusik der letzten vier Jahrzehnte – gaben sie die eine oder andere Anekdote aus ihrem langen Musikerleben preis. Auch sie zeigten sich, ebenso wie das gespannt lauschende Publikum, dankbar für diese Auftrittsmöglichkeit. 
In der Pause, die das zweistündige Gastspiel teilte, sammelten Mitglieder des Kulturvereins Spenden ein, die den eintrittsfreien Auftritt der Vollblutmusiker finanzieren halfen. Auch dabei äußerten zahlreiche Gäste Freude und Dankbarkeit und zeigten dies auch großzügig.
Der zweite Teil des Konzerts endete mit mehreren Zugaben. Gäste, Musiker und Veranstalter verließen den Platz vor dem Rathaus Panketal mehr als zufrieden.

Am 1. September gab es wieder „Kino in Panketal“. Im Ratssaal des Panketaler Rathauses wurde in Kooperation mit dem Landesverband für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen Berlin-Brandenburg e.V. der polnische Film „In meinem Kopf ein Universum“ gezeigt.
„Ich bin kein Gemüse!“ - Bewegender Film über einen schwerbehinderten Jungen und seinen Kampf für ein Leben in Selbstbestimmung

Durch den Abend und die anschließende Gesprächsrunde mit Betroffenen, Vertretern der EUTB, der Behindertenbeauftragen der Gemeinde Panketal, Ilona Trometer sowie Panketals Bürgermeister Max Wonke führte bb-Radio-Moderatorin Clara Himmel.  

Mateusz ist ein Teenager. Er schaut Mädchen in den Ausschnitt, er sehnt sich nach Liebe, er macht sich Gedanken über sich und die Welt. Allerdings leidet Mateusz  an einer zerebralen Nervenstörung und ist schwer körperbehindert. Er kann sich nicht mit anderen verständigen, bringt allenfalls ein paar Grunzlaute zustande und kann weder selbständig laufen, essen oder sich sonstwie versorgen. Gefangen zwischen der Liebe seiner Mutter und unachtsamen Ärzten (Mateusz sei geistig behindert und „sabbert wie ein Hund“) ist er gefesselt im eigenen Körper. Erst nach vielen Jahren und einem langen Aufenthalt in einem Heim für geistig behinderte Menschen erkennt eine Logopädin seine Fähigkeiten  Als er seiner Mutter schließlich den ersten Satz übermitteln kann, sind viele der Zuschauer im Saal überwältigt vor Erleichterung: „Ich bin kein Gemüse!“
„In meinem Kopf ein Universum“ ist kein „Behindertenfilm“, sondern eine Tragikkomödie über den Lebens- und Leidensweg eines jungen Mannes, der sein Leben selbstbestimmt gestalten will und an den Kommunikationsproblemen mit seiner Umwelt zu zerbrechen droht.

In der anschließenden Gesprächsrunde betonte die Mutter eines mehrfach behinderten Sohnes, wie wichtig Vernetzung und Austausch für Betroffene und Angehörige sind. Anja Binder von der EUTB stellte die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit den Betroffenen dar und warb für mehr Unterstützung vor allem durch Politik und Krankenkassen. 
Panketals Behindertenbeauftrage Ilona Trometer vergab der Gemeinde Panketal insgesamt gute Noten für den Umgang mit der Thematik, wies aber auch auf Defizite in der Umsetzung der Teilhabe für beeinträchtige Menschen hin. Bürgermeister Max Wonke warb in diesem Zusammenhang beim Straßenbau für die Errichtung von Fußwegen und deren Bedeutung für die sichere Nutzung von Straßen auch durch Mütter mit Kinderwagen, Behinderte oder ältere Menschen. 
Moderatorin Clara Himmel befragte auch die unter den Zuschauern anwesende Ausnahme-Athletin Marianne Buggenhagen, welche dem Behindertensport in Deutschland wie keine zweite Gesicht und Popularität gab. Buggenhagen warb für mehr Konsequenz bei der Herstellung von Barrierefreiheit und konkret für die Errichtung einer 400-Meter-Bahn im neuen Sport- und Spielpark an der Straße der Jugend.

Am 3. September 2020 fanden die turnusgemäßen Vorstandswahlen des Kulturvereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“ statt. 

Ohne Gegenstimmen wurde der alte und neue Vereinsvorsitzende Niels Templin wiedergewählt. Auch die stellvertretende Vorsitzende Irmgard Reibel, Schatzmeister Jürgen Schneider sowie die Beisitzer Dr. Sigrun Pilz und Thorsten Wirth wurden mit 100% Ja-Stimmen in ihren Funktionen bestätigt. 
Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Prof. Jürgen Elsner und Jenny Seemann wurde Birgit Reinermann ebenfalls mit voller Zustimmung neu in den Vorstand gewählt. 

Prof. Jürgen Elsner, spiritus rector und Gründungsmitglied der Kunstbrücke, wurde auf Vorschlag des Vorstandes einstimmig die bislang erste und einzige Ehrenmitgliedschaft des Vereins angetragen. 

Niels Templin beleuchtete in seinem Rechenschaftsbericht die zurückliegenden Monate. Dabei ging er auf die erfolgreiche Arbeit des Kulturvereins ein, die sich an quantitativem und auch qualitativem Wachstum der organisierten Veranstaltungen ablesen lässt. 
Auch die Bandbreite der Angebote wuchs weiter. Neben klassischer und auch moderner Musik, Lesungen, musikalischer Früherziehung und der Organisation von Kunstausstellungen  Panketaler Schulen kam das Format „Kino in Panketal“ hinzu, welches sich mit wenigen Veranstaltungen bereits zu einem Publikumsmagneten mauserte. 
Auch Dank der Kulturförderung des Landkreises Barnim und der Gemeinde Panketal sowie durch die großzügige Unterstützung durch die Sparkasse Barnim wird der Verein „Kunstbrücke Panketal e.V.“ in schwierigen Zeiten Flagge zeigen und kulturelles Leben im Ort fördern und befördern können.

Gute Laune und tolle Stimmen in Panketal - Musik für Freunde – Livekonzert mit „Mattis, Leo und Freunde“

Der Verein „Kunstbrücke Panketal e.V.“ präsentierte am Sonnabend, den 12. September ab 19:00 Uhr in der Mensa des Schulstandortes Zepernick zum zweiten Mal die jungen Musiker Mattis Bermann und Leo Bertram. 

Die zwei Bernauer, die derzeit in Potsdam und Berlin studieren, begeistern ihre Fans im Barnim derzeit in verschiedenen Formationen. In Panketal gastierten die zwei erneut als „Mattis, Leo und Freunde“, wobei die „Freunde“ je nach Abend, Stimmung und Zeit wechseln können. Am Sonnabend war es dann Lena Wehrstadt, die an der Geige überzeugte und eine zusätzliche Klangfarbe ins Spiel brachte. 

Die Lieder, ergänzt um witzige, freche und bisweilen launige Überleitungen und Kommentare, stammen aus dem unterschiedlichsten Bereichen der Musik: Pop und Rock (gern auch deutschsprachig), Volkslied und Evergreens des deutschen Schlagers. Die musikalische Aufbereitung und die fast schon minimalistische Umsetzung mit Keyboard und Cajon verleihen auch bekannten Liedern ein neues, eigenes Flair und erzeugen einen spezifischen Sound, der Hörer*innen in den Bann zu ziehen vermag. 

Ob „Thank you for Travelling with „Deutsche Bahn““, Chart-Hits von OneRepublic und Coldplay oder der so witzige wie aktuelle „Nussschüsselblues“ - das Publikum klatschte begeistert mit oder wippte in Ermangelung von Gelegenheit (wegen des coronabedingten Tanzverbots) mit den Füßen. 

Unterbrochen von einer kurzen Pause und Gelegenheit für den Konsum eines Glases Wasser oder Wein, ging die Veranstaltung nach zwei Stunden und einer Zugabe zu Ende. Künstler und Publikum zeigten sich mehr als zufrieden und es darf vermutet werden, dass es sich nicht um das letzte Heimspiel der witzig-musikalischen Barnimer „Mattis, Leo und Freunde“ gehandelt hat.

Autorenlesung – Peggy Langhans las aus „Die Seele der Steine“ am 19. September um 19:00 Uhr

Werde, was du bist.
Das Leben der erfolgreichen französischen Schriftstellerin Barbara Benoit gerät auf einer Reise nach Berlin aus den Fugen, als sie dort der jungen Annika begegnet. Deren unkomplizierter Lebensstil und offene Weltsicht sind für Barbara, die sich vollkommen ihrer Arbeit verschrieben hat, gleichermaßen faszinierend wie befremdlich. Zwei Wirklichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, treffen aufeinander und setzen die Suche nach sich selbst und den Wunsch nach einer Wandlung in Gang.

Barbara Benoit hat als Autorin alles erreicht. Ihre Romane sind als Bestseller einem weltweiten Publikum bekannt. Ihren Erfolg hat sie sich mit eiserner Disziplin erarbeitet: Als Waisenkind eines im Krieg hingerichteten Widerstandskämpfers und einer Studentin wuchs sie mittellos und ohne familiäre Geborgenheit auf. Schon immer auf sich allein gestellt, hat Barbara ihr Leben voll und ganz ihrer Arbeit verschrieben. So hat sie es mittlerweile zu Ruhm und ansehnlichem Besitz gebracht. Doch trotz ihres materiellen Wohlstands empfindet sie mit zunehmendem Alter eine Leere und Erschöpfung, die Ruhm und Anerkennung nicht zu füllen vermögen. Auf einer ihrer Buchvorstellungsreisen durch Europa besucht sie zum ersten Mal Berlin. Seltsam vertraut erscheint ihr diese Stadt. Als sie der jungen Historikerin und Stadtführerin Annika begegnet, entsteht bereits im ersten Moment ihrer Begegnung bei beiden gleichermaßen Anziehung und Befremdung. Barbara, die im Schreiben ihrer Bücher keine Erfüllung mehr findet, sieht in Annika etwas, das sie verdrängt oder bisher nicht zu leben in Betracht gezogen hat. Für Annika, die bislang eher in den Tag hineinlebt und sich nicht festlegen musste, stellt sich die Frage nach Sinnhaftigkeit und Verantwortung im Leben. Die gemeinsame Arbeit an einem Buchprojekt auf Barbaras Anwesen in Frankreich lässt sie einander noch näher kommen – und lässt gleichzeitig Konflikte aufbrechen, die sie an ihre Grenzen bringen. Wie können zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, einen gemeinsamen Weg gehen, ohne sich dabei zu verlieren? 

Peggy Langhans´Roman "Die Seele der Steine" erzählt vom Beginn einer Suche nach sich selbst. Wie die Gezeiten begleiten dabei Freude und Angst, Liebe und Verlust den Weg ihrer Figuren, die in der Wahrhaftigkeit eines Moments vor den Spiegel ihre Lebens gestellt werden.

Für die in Mecklenburg-Vorpommern geborene und in Berlin lebende Autorin und Dramaturgin Langhans spielen Meer, Natur, Musik und Worte schon immer eine große Rolle. Deshalb inszeniert sie ihre Lesungen immer auch musikalisch. 
In Panketal wurde die Autorin begleitet von Maria Mané (Gesang) und Barbara Klaus-Cosca (Akkordeon).

„Kino in Panketal“ zeigte DEFA-Kinderfilm-Klassiker „Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen“

Am Sonntag, den 4. Oktober, fand in der Aula der Grundschule Zepernick der „märchenhafte Kriminalfilm für Kinder“ (original Kinowerbung) aus dem Jahr 1964 seine Aufführung. 
Die Geschichte um den lieblich singenden Vogel mit den Wunderkräften ist vermutlich jedem DDR-Bürger vertraut, handelte es bei der Vorlage des Films doch um eine Pflichtlekture für alle Schülerinnen und Schüler. 
Eines Morgens ist das wunderbunte Vögelchen aus dem Garten des Kinderheims „Sonnenschein“ in der Stadt Käsebrot verschwunden. Die Kinder sind sich sicher: Ihr Vögelchen wurde gestohlen. Auch die herbeigerufene Polizei kann zunächst nur die Spuren am Tatort sichern. Fasern, ein Fußabdruck und die Vermutung, dass sich der oder die Täter mit einem Auto vom Tatort entfernt haben sind die einzigen Hinweise. Gut, dass die Kinder, allen voran Bärbel, Sonja und Lutz, aufmerksame Beobachter sind und sich gut an die letzten Besucher im Heim erinnern können. Schon bald führt die Spur die drei Amateurdetektive gemeinsam mit den Hauptwachmeistern Wiesel und Löffelholz auf den Rummelplatz in Butterberg …
Die gelungene filmische Umsetzung des fantasievollen Kinderkrimis von Franz Fühmann ist vor allem dem Regisseuer Wolfgang Losansky zu verdanken, für den das „Vögelchen“ den Beginn seines Erfolgs als Regisseur von Kinder- und Jugendfilmen darstellt. 
Wenn auch einige Szenen des Films aus der Zeit gefallen scheinen, bleibt seine Kernaussage aktuell und wichtig: Das friedliche Zusammenleben der Menschen und ein gemeinsames Miteinander sind wichtiger als Raffgier und die Jagd nach Besitz. Mit Neugier, Mut und Entschlossenheit  löst man Probleme und hilft sich gegenseitig. 
Die Aufnahmen zu diesem ungewöhnlichen DEFA-Film fanden vor allem in Eisenhüttenstadt, Hoyerswerda und am Schloss Bantikow bei Wusterhausen/Dosse statt. Eine Besucherin der Kino-Vorstellung berichtete anschließend von ihrer Kindheit in Bantikow und ergriff mit dem Veranstaltungsbesuch die Gelegenheit, ihrer Tochter das Schloss im Film zu zeigen. 

Wenn Ehen tödlich enden – Stefan Hähnel las makabre Mordgeschichten
Es gastierte der „Meister des schwarzen Humors“ („Berliner Kurier“) am Donnerstag, den 29.10. 2020 im Gemeindehaus der St. Annen Gemeinde und gab einige seiner zahlreichen kriminell - skurilen Kurzgeschichten zum Besten.
Ob der zum Äußersten provozierte Professor, der um seine Fußball-Leidenschaft gebrachte Fan, ob die Damen beim Kaffeekränzchen, die dem Autor besonders bei den Mordmethoden aufmerksam lauschen – fast immer sind es Missverständnisse oder unausgesprochene Defizite, die letztlich die Ursachen bilden für die tödlich-tragischen Ereignisse, welche Stefan Hähnel mit viel schwarzem Humor und Sinn für Pointen vortrug.
Die gut 20 Gäste unserer letzten Kulturveranstaltung  vor dem zweiten Corona-Lockdown lauschten dem Berliner Künstler dankbar und mit sichtlichem Vergnügen.

Mit dieser Veranstaltung endete das „Kulturjahr“ 2020, organisiert von der „Kunstbrücke Panketal e.V.“ vorzeitig im zweiten Lockdown. Im Rückblick können wir feststellen: Es waren real doch mehr Veranstaltungen möglich als gefühlt. Hoffen wir, dass wir mit steigenden Temperaturen und einem möglicherweise vorhandenen Impfstoff unser aller (Kultur-)Leben wieder in normalere Bahnen lenken können. Wir, die Mitglieder des Vereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“ möchten jedenfalls weiter dafür arbeiten. Wenn auch Sie sich kulturell engagieren möchten, sind Sie herzlich eingeladen. Wenn Sie Ideen, Anregungen oder kritische Hinweise für uns haben, sind Sie auch jederzeit willkommen. 
 

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